ZUlm simmär zersch an Wiähnachtsmarkt und i dLädäli zum üs Ufwärmä. Dä Markt isch rund ums Ulmer Münster glägä gsi, ä grossartigi und kitschigi Kulissä. Noch ä paar Punsch und Glüähwii simmär am Obäd denn is Hotel. Mir händ jo schliässlich wellä fürd Spatzäjagd fit gsi. SWohrzaichä vo Ulm isch dä Spatz und das wäg dem:
Anno dazumal vor vielen Jahren
Ist den Ulmern folgendes widerfahren:
Zu allerlei Bauten in der Stadt
Man Rüst- und Bauholz nötig hat’,
Doch wollt es den Leuten nicht gelingen
Die Balken durchs Tor hereinzubringen,
Und doch war reiflich die Sach’ überlegt
Das Holz in die Quer’ auf den Wagen gelegt;
Das Tor war zu eng, die Balken zu lang,
Dem Stadtbaumeister ward angst und bang.
Viel gab es hin und her zu sprechen:
Und ungeheures Kopfzerbrechen,
Ja, selbst der hohe Magistrat
Wusste für diesen Fall nicht Rat,
Er mochte in alle Bücher sehen,
Der Casus war nirgends vorgesehen,
Der Bürgermeister selbst sogar
Hier ausnahmsweise ratlos war.
Ihm, der doch alles am besten weiß,
Machte die Sache entsetzlich heiß.
Und stündlich wuchs die Verlegenheit,
Da – begab sich eine Begebenheit
Von den klügsten einer ein Spätzlein schauet,
Das oben am Turm sein Nestlein bauet,
Und einen Halm, der sich in die Quer’
Gelegt hat vor sein Nestchen her,
Mit dem Schnäblein – und das war nicht dumm
An der Spitze wendet zum Nest herum,
„Das könnte man“, ruft der Mann mit Lachen,
„Mit dem Balken am Tore ja auch so machen!“.
Man probierts und es ging. – Den guten Gedanken
Hatten die Ulmer dem Spätzlein zu danken:
Sie stünden wohl heute noch an dem Tor
Mit dem balkenbeladenen Wagen davor,
Oder hätten, ohne des Spätzleins Wissen,
Gar den Turm auf den Abbruch verkaufen müssen.
Zum Danke dem Spatzen ist heut noch zu schauen
Hoch am Münster sein Bild in Stein gehauen:
Auch seitdem beim echten Ulmerkind
Die Lieblingsspeise „Spätzle“ sind.
(Carl Hertzog, 1842)
Dä Andrea erän Kommentar: "Diä chönd doch nöd so blöd gsi si?!?"
Mir händ üs denn abär trotzdem ufd Suächi nochdä Spatzä gmacht. Mithilf vo geocaching hämmär üs än schönä Stadtrundgang abägladä, wo üs ainärsits zudä Spatzä und andärärsits zu allnä Sehenswürdigkaitä vodä Stadt gführt hät. Mir sind denn au dur villi härzigi Gässli, a altä Hüsli und am schiäfschtä Hotel vodä Wält värbiigloffä. Denn simmär no schnäll ufs Münstär ufäghüpft (also übär 400 Stufä und das numä i di erst Etagä) und händ di kitschig Christchindlimarkt-Stimmig vo obä agluägät. Schlussendli hämmär no schnäll dä Schatz gsuächt und gfundä und sind denn pünktlich bim Hotäl gsi, damitmär wiedär händ chönä haifahrä.

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